Liebe Hörer und Leser,

Die Welt ist schön!

Ein riesiger Spielplatz mit Raum zum Toben und Entdecken, Lachen und Weinen, Lernen, Leben, Fallen und Aufstehen.

Ein immens großes Labor zum Entwickeln und Experimentieren.

Ohne Zweifel hat dieses Labor seine Ecken und Kanten, unaufgeräumte Winkel und dunkle Bereiche voller Staubflusen.

Immer wieder stoße ich auf Grenzen und Begrenzungen, vorschnelle Urteile und verschlossene Türen.

Zum Beispiel, weil:

- ich anders aussehe (asiatisch).

- ich anders als erwartet spreche (nämlich so wie ich aussehe).

- ich anders als erwartet denke/ frage/ handele.



"Oh, Sie sprechen aber gut Deutsch!"

Hong Sang Ha - Das bin ich. Als Deutsche mit vietnamesischen Wurzeln im Osten der Bundesrepublik geboren und aufgewachsen, habe ich Sätze wie diesen schon oft gehört.

Nein. Mein Äußeres lässt weder auf meine Sprach- noch andere Fertigkeiten schließen.

Ja. Es ist möglich, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Das klingt platt, simpel, zu allgemein? Wie der Spruch eines Glückskekses oder ein Auszug aus dem Tageshoroskop? Kann sein. Der Mensch ist vergesslich und bequem und muss ab und zu an wichtige Dinge erinnert werden.

Es beschleicht mich der Eindruck, dass es in unserer Gesellschaft zunehmend an echter Kommunikation und Begegnung mangelt.

„Höher! Schneller! Weiter!“ - ein Dreiklang mit Doppelfunktion. Ziel und Lösung zugleich, während Leistungsdruck, Technologie und übersteigerter Egoismus die Zwischentöne bilden.

Ich vermisse Werte wie Fürsorge, Neugier und echte Offenheit.

Ist nicht auch die Bereitschaft, aufeinander zu zugehen und voneinander zu lernen, Teil des Kitts, der einzelne Individuen erst gesellschaftsfähig macht?

Nichtsdestotrotz sind wir im Wandel. Das Bewusstsein für sich und die Umwelt ist heute ein anderes als noch vor zehn Jahren. Selbstfindungsseminare, Yogakurse, Debatten um Plastikmüll, CO2 und mehr sind allgegenwärtig.

Orientierungslos werfen wir uns hin und her, um einerseits persönlichen Halt zu finden und andererseits die Welt zu retten. Vielleicht ist dies der Zeitgeist meiner Generation.

Bei all den Strömungen und Strudeln fällt es jedoch schwer, den richtigen Weg und seinen Platz in der Welt zu finden. Bildung und Kommunikation könnten helfen.

Es mag idealistisch anmuten und vielleicht bin ich da zu sehr Blumenmädchen, dass beschwingt über die Wiese hüpft, während eine sanfte Brise Größenwahn ums Näschen weht.

Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass allein durchs Sich begegnen, Sich unterhalten und das Kennenlernen und Erleben anderer Sichtweisen vermeintliche Grenzen aufgeweicht und Mauern abgetragen werden. Dass ich als einzelner kleiner Mensch auf meinem Weg einen Beitrag zum Weltgeschehen leisten kann.

Ich möchte kreieren, berühren, bewegen, zum Lächeln bringen, zum Nachdenken anregen und letzen Endes ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Es grüßt  lieb,

Sang

Ich freue mich über Anregungen und Kommentare! Schreib mir an hey@zwischenmenschen.com

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